Der Versuch, den Tod zu umdribbeln

Extra | Anja Hirsch | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Feridun Zaimoglu führt in "Ruß“ ungewohnt verhalten durchs Ruhrgebiet - und weiter

Zu manchen Zeiten ist das Ruhrgebiet dunkles, vermintes Gelände. Es ist ein unwirtliches Land, aus dem die Frauen fliehen und in das sie erst wieder zurückkehren, wenn ihr Glück auch in der Ferne nicht anspringt - eine graue, chamäleonartige Gegend mit dunklen Straßen, die man lieber taub und stumm in Hab-Acht-Stellung durchmisst, sonst "begibt man sich in eine Geschichte“, in andere zerbrochene Leben.

Hier, wo sonst Schimanski die anarchistische Unterwelt ordnet, wurzelt Feridun Zaimoglus neuer Roman mit dem plakativen Titel "Ruß“. Der Ort ist Programm: Duisburg verspricht eine hohe Dichte an Lebenstaumlern. Sie alle versammeln sich bei Renz, der einen kleinen Kiosk betreibt - ein Gucktheater, in dessen Winkeln der abgestandene Atem verkorkster Existenzen unzumutbar nah rückt.

In Zaimoglus Ruhrgebietsarchiv gehören Überfälle, der Kaffee für 80 Cent und die Erinnerung an eine Kindheit, in


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