Seitenlange Seebären-Referate auf hoher See

Georg Renöckl | Extra | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Volker Harry Altwasser lässt in "Letzte Fischer“ den Hochsee-Fischfang vor die Hunde gehen

Saudade, der portugiesische Blues, gilt als eines der schönsten und gleichzeitig am schwersten zu übersetzenden Wörter der Welt. Es hat etwas mit Wehmut zu tun, mit dem Bewusstsein eines unwiederbringlichen Verlusts und damit, dass früher alles irgendwie schöner war. So ist es zweifellos eine stimmige Idee des letztjährigen Bachmannpreis-Teilnehmers Volker Harry Altwasser, dem Fisch-Trawler, der den wichtigsten Schauplatz seines Romans "Letzte Fischer“ darstellt, diesen klingenden Namen zu geben.

Natürlich ist die Saudade kein beliebiger Kutter, sondern die letzte und größte schwimmende Fischfabrik, die noch in der alten DDR gebaut wurde. Überhaupt geht es in Altwassers Roman in erster Linie um letzte Dinge. Einmal noch geht Hochseefischer Robert Rösch an Bord des alten Schiffes, von dem noch niemand weiß, dass es tatsächlich zur letzten Fahrt ausläuft. Der für seine Kunstfertigkeit

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