Vergessener Gigant der Mehrstimmigkeit

Extra | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Wilfried F. Schoeller legt die lange überfällige Biografie Alfred Döblins vor

Von meiner seelischen Entwicklung kann ich nichts sagen; da ich selbst Psychoanalyse treibe, weiß ich, wie falsch jede Selbstäußerung ist. Bin mir außerdem psychisch ein Rühr-mich-nicht-an und nähere mich mir nur in der Entfernung der epischen Erzählung. Also via China und Heiliges Römisches Reich 1630.“

Als Alfred Döblin (1878-1957) diese Skizze verfasste, war er 44 Jahren alt. Seinen großen Erfolg, der bis heute mit seinem Namen verknüpft ist, durfte er erst sieben Jahre später feiern. "Berlin Alexanderplatz“ (1929) firmiert immer noch als der Großstadtroman der deutschsprachigen Literatur und hat bis heute nichts von seiner Frische und seinem Witz, seiner Wucht und seiner Wirkung verloren.

Ein halbes Jahrhundert nach dessen Tod legt Wilfried F. Schoeller nun die erste umfassende Biografie Alfred Döblins vor, die dem berühmten Roman allerdings nicht einmal zehn Seiten widmet. Das liegt daran,


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