Zum Volltanken fehlt es an Sprit

Sigrid Löffler | Extra | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Andrzej Stasiuk hat mit "Hinter der Blechwand“ den ultimativen Karpatenroman geschrieben

Er ist der Chronist der "Welt hinter Dukla“, einer trägen, schläfrigen, vormodernen Welt, die sich abgehängt und unwirklich vorkommt. Seit 20 Jahren lebt der Erzähler, Essayist und Reiseschriftsteller Andrzej Stasiuk im hintersten, äußersten Südzipfel Polens, im Karpatenvorland nahe dem Duklapass, einem Territorium, in dem fünf Länder aneinanderstoßen. Jede Ortschaft, jedes Kaff ist irgendwo grenznah. Diese Region, die ärmste und rückständigste Europas, ist Stasiuks literarisches Projekt. Er protokolliert ihre Agonie.

In zahllosen Reiseskizzen, Essays und Geschichten hat er realistische Bilder aus dem imaginären Alltagsmuseum der Karpatenländer und Porträts ihrer Menschen entworfen und die schwachen Städte beschrieben, die zu verschwinden scheinen, sobald man wegschaut. Stasiuk beharrt darauf, diese Region Mitteleuropa zu nennen - die Karpaten seien das Rückgrat Mitteleuropas, wo

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