Leise Nostalgie gegenüber den heroischen Zeiten

Leopold Federmair | Extra | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

"Das Dritte Reich“ heißt ein Frühwerk von Roberto Bolaño, das nun posthum auf Deutsch erscheint

Für den Normalverbraucher dient der Urlaub dazu, dem üblichen Trott zu entgehen und die Sau rauszulassen. Ist der Urlaub vorbei, kehrt er mit neuer Motivation zurück in das System von Arbeit und Familie. Im Prinzip läuft das auch in Roberto Bolaños Roman "Das Dritte Reich“ so, nur dass es dabei zu einigen Überraschungen, Konflikten und letztlich zu einer Radikalisierung kommt, die die ganze Spannung des Romans bedingt.

Zwei junge deutsche Paare machen Urlaub an der Costa Brava. Beide Paare gehen auseinander, aus ganz unterschiedlichen Gründen, die man in diesem Fall besser nicht verrät, um der Spannung keinen Abbruch zu tun. Die Hauptfigur, Udo Berger, erzählt die Geschichte in Tagebuchform, die Bolaño mit großer Geschicklichkeit einsetzt. Udo ist ein Strategie-Spieler, sein Lieblingsspiel ist langwierig und nennt sich "Das Dritte Reich“.

Udo verbringt die Tage lieber im Hotelzimmer

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