Das Dorf der Zukunft heißt Stadt

Extra | Karin Chladek | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Stadtforschung: Doug Saunders wirft einen überraschenden, differenzierten Blick auf die weltweiten "Slums“

Weltweit sind die Städte seit Mitte des 20. Jahrhunderts in atemberaubendem Tempo und Ausmaß gewachsen. 2007 war nach UN-Schätzungen das erste Jahr der Menschheitsgeschichte, in dem mehr Menschen in städtischen Räumen lebten als in ländlichen.

Wohin zieht es die vielen Menschen? Dorthin, wohin möglichst schon andere ehemalige Dorfbewohner vor ihnen gegangen sind. Denn Netzwerke und Familienbande tragen auch in den Städten. Die Aussicht auf Arbeitsmöglichkeiten und damit den Erwerb von Geld, ohne das man auch in den früher autarken Dörfern längst nicht mehr auskommt, ist ein starkes Motiv. So stark, dass eine Zeitlang auch beengte und de facto miserable Lebensumstände in Kauf genommen werden.

Denn natürlich ist für die vielen mittellosen Neuankömmlinge kein Platz in den ursprünglichen, oft über Jahrhunderte nur langsam gewachsenen Städten. Sie sind deshalb gezwungen,


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