Liebe unter dem Regime der Authentizität

Extra | Matthias Dusini | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Soziologie: Eva Illouz unternimmt einen erneuten Versuch, das Thema Liebe der Psychologie zu entreißen

Unglücklich verliebte Intellektuelle trösten sich gerne mit Büchern, die emotionale Wirren durch vernünftige Worte verständlich machen. Die Romantiker greifen dabei auf Roland Barthes’ "Fragmente einer Sprache der Liebe“ von 1977 zurück, deren poetische Assoziationen die Wunde richtig schön schmerzen lassen. Von betäubender Wirkung ist das Traktat "Liebe als Passion“ von 1982 des deutschen Soziologen Niklas Luhmann, das den Liebenden als einen im semantischen Netz zappelnden Fisch beschreibt.

Auch die Bücher der israelischen Soziologin Eva Illouz haben das Zeug, in Wohngemeinschaften leidender Leser zum Longseller aufzurücken. In "Der Konsum der Romantik“ (2003) konnte man studieren, wie selbst der intensivste Moment zweisamer Glückseligkeit von der Verwertungslogik des Kommerzes formatiert ist. In "Warum Liebe weh tut“ setzt sie nun dazu an, das durch libidinöse Besetzungen


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