Wie man vom Krieg erzählen kann

Extra | Alfred Pfoser | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Zeitgeschichte: Peter Englund und August Heinrich Winkler beleuchten den Ersten Weltkrieg und die Folgen

Schnell sollte es gehen, zu Weihnachten sollten die mit einem Hurra verabschiedeten Soldaten schon längst wieder zu Hause sein. Was dann nach dem August 1914 kam, war alles andere als eine Einlösung der Erwartungen. Sigmund Freud schrieb 1915 von der "Enttäuschung des Krieges“: Nicht nur, dass sich die vier Monate zu mehr als vier Jahren streckten. Der erste Maschinenkrieg mit Maschinengewehren, Feuerwalzen, Gaseinsatz, Panzern und Bombenabwürfen hatte mehr parat, als die sauberen Siegerfantasien des Beginns vorsahen.

Die Beteiligten wurden durch die ständige Todesnähe in ein neues Terrain der Erfahrungen geführt. Der Zufall führte beim Überleben Regie, bescherte das Glück des Davonkommens und Verzweiflung bei Verwundungen. Mordfantasien und Mitleid, Langeweile und Strapazen, Einsamkeit und Kameraderie, Heldenstolz und Vergessen wechselten einander ab.

"Short Cuts“ aus 1914


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