Aus dem Off, von daheim

Extra | Hommage: Ruth Beckermann | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Chantal Akerman, eine Filmemacherin unserer Zeit, ist der Star der großen Retrospektive

Chantal gehört zur Familie. Zu einer weltumspannenden Familie, deren Mitglieder man nicht kennt. Eines Tages durch einen Text oder einen Film taucht ein Onkel Chris, eine Tante Agnès, Marguerite, Ingeborg oder ein Bruder Edgardo auf. Man liest, man hört und sieht und versteht sofort, versteht wirklich (ganz selten versteht man wirklich), versteht im Herzen. Chantals Film "News from Home“, der erste Akerman-Film, den ich sah, kam bei mir an wie der Brief einer Schwester. Und das nicht allein wegen seines Inhalts - Tochter in New York erhält Briefe ihrer Mutter, welche über den jüdischen Händleralltag in Brüssel berichten -, sondern viel mehr über die Form, welche sie für die Entfernung der Filmemacherin auf der anderen Seite des Atlantiks und der unentrinnbaren Nähe des Milieus, aus welchem sie kommt, gefunden hat.

Statische Bilder leerer Straßen in Manhattan (ich erinnere mich vor allem


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