Lass die Leute reden

Extra | Befund: Drehli Robnik | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Liebe ist ein Hospital und jede(r) nur Patient in, ,A Dangerous Method“, David Cronenbergs grandios besetztem, asketisch inszeniertem Wissenschaftserotikdrama aus den Anfängen der Psychoanalyse

Auf die Frage, wie er seinen Film "The Fly“ beschreiben würde, meinte David Cronenberg einmal: "Two people in a room, talking.“

Das wäre auch eine gute Beschreibung für, ,A Dangerous Method“ (deutscher Verleihtitel: "Eine dunkle Begierde“), zumal sie buchstäblich zu nehmen ist, wie ja auch schon im Fall des Fliegenfilms von 1985. Der entpuppt sich, im Splatterkleid magenumstülpender fleischlicher Verwandlungen, als packendes Melodram: die Liebe zweier Wissenschaftler, Mann und Frau, als Leidensspiel der Verstricktheit in gegenseitige Projektionen, Sehnsüchte, Ängste.

Auch Cronenbergs neuer Film ist ein schmerzvoller Liebesfilm im Feld der Wissenschaft - der Psychoanalyse in ihren Anfängen um 1910, jener talking cure, nach der diese Adaption eines Bühnenstücks im Projektstadium benannt


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