Die verrückte Macht der Kirche

Extra | Ramón Reichert | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Nanni Moretti thematisiert in "Habemus Papam“ ein Machtzentrum der italienischen Gesellschaft: die römisch-katholische Kirche

Der Papst ist tot, es lebe der Papst. Im Vatikan wählen die Kardinäle einen Nachfolger. Aus der Sixtinischen Kapelle steigt weißer Rauch auf. Gegenschnitt: Auf dem Petersplatz jubeln die Massen und warten darauf, dass der neue Papst auf den Balkon tritt. Doch unmittelbar nachdem der vatikanische Zeremonienmeister "Habemus Papam“ verkündet, schreit der neu erwählte Pontifex Melville (Michel Piccoli) seinen Unmut heraus und verweigert den Medienauftritt auf dem Balkon der Peterskirche vor den wartenden Gläubigen. Die Mitarbeiter engagieren einen Psychotherapeuten (Nanni Moretti), um die Beweggründe seiner Amtsverweigerung herauszufinden. Doch der Papst entzieht sich jedem Objektivierungsversuch und muss sich schließlich eingestehen, dass er weniger den Glauben an Gott als vielmehr den Glauben an sich selbst verloren hat.

In der Folge dekonstruiert Moretti


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