George for President!

Extra | Barbara Schweizerhof | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

"The Ides of March“, der neue Politfilm von und mit George Clooney, ist bester Thrillerstoff

Eines muss man der amerikanischen Demokratie und ihrem Wahlsystem lassen: Kein anderer Politikapparat bringt so herrlich labyrinthische, fesselnd zwiespältige Thriller hervor. Wer George Clooneys "The Ides of March“ vorschnell als weiteren typisch "liberalen“ Versuch abtun will, die altbekannte Lektion von der Macht, die korrumpiert, und den Politikern, die alle irgendwann enttäuschen, zu inszenieren, sei deshalb gewarnt.

Auf eine Weise, die man mit Blitzschach vergleichen kann, feiert der Film gewissermaßen als Denksport genau das, was er verurteilt. Sicher, wir sehen, wie der aufstrebende, idealistische Politberater Stephen (Ryan Gosling) binnen weniger Tage zum desillusionierten Zyniker seiner Zunft heranreift. Aber wow!, in was für wunderbar scharfzüngigen, hochintelligenten Dialogduellen wird hier Zug um Zug der Glaube an die Grundwerte des demokratischen Prozesses zerstört. Elegant,


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