Hautfarbe: nobel

Extra | Porträt: Gerhard Midding | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Harry Belafonte hat seine Popularität stets für die gute Sache in die Waagschale geworfen. Der 84-jährige Sänger und Schauspieler ist Ehrengast der Viennale

Eine gute Filmszene funktioniert auf wenigstens zwei Ebenen. Sie verhandelt mehr als das, was zu sehen ist. In ihr ist der Konkretion und Evidenz ein weiterer Boden, der des Verborgenen, eingezogen. In "The World, the Flesh and the Devil“ bittet Inger Stevens Harry Belafonte, ihr die Haare zu schneiden. Er zögert, der Wunsch macht ihn verlegen. Ungeschickt schneidet er ganze Büschel aus ihrer blonden Haarpracht. Die Szene ist überaus komisch. Ihr Seufzen jedoch ist noch vieldeutiger. Für sie ist es auch ein Spiel mit erotischer Macht, sich in die Hände eines Schwarzen zu geben. Er geniert sich. Es ist für ihn mit Angst belegt, eine Weiße zu berühren. Es verletzt ein Tabu, unter dem er sein Leben lang zu leiden hatte. Was werden die Leute denken, fragt er sie.

Es ist eine absurde Frage, denn in dieser filmischen Parabel sind


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