Special Empfehlung

Peter Nau zeigt Filme von Kahn & Leiner

Extra | Michael Omasta | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Marion ist erfolgreich. Sie hat drei Freunde gleichzeitig. Allen dreien schiebt sie ihr Kind unter, Dann lässt sie es abtreiben und fährt in Urlaub. Der eine Freund verliert den Geruchssinn, der andere fällt in einen Hydriertank und der dritte stirbt am Amazonas. Marion wird auch fast sterben. Und Sie werden auch sterben, aber vorher können Sie noch was erleben!“

Beispielsweise den Film sehen, dem jenes Zitat entstammt. "Am Ama Am Amazonas“ heißt dieses 1968/69 von einem Kollektiv unter Mitarbeit von Reinhard Kahn und Michel Leiner realisierte Meisterwerk absurder Komik. Seine drei kleinen "Expeditionen“ führen mitnichten an den Amazonas, sondern finden in Ulm, um Ulm und um Ulm herum statt - wo Charaktere wie der gemütlich an einer Wurst kauende Filmproduzent oder der Weltraummediziner Professor Silesius, der das Infrarotsehen im Selbstversuch erprobt, auch eindeutig besser hinpassen. Zwischenschnitt, rund ums Auge. Buñuel lässt grüßen! Und dann sind da natürlich auch noch die schon erwähnte Marion und ihre Freundin Hella, die eine Mannequin-Schule besucht und …

Ach, was soll’s. Man kann Filme von Reinhard Kahn und Michel Leiner, die auf so herrliche Titel wie "Zwickel auf Bizyckel“, "Platzwunder“ oder "Rücke vor auf: Frühlingsmorgen“ hören, sowieso nicht erzählen. Außer man heißt Peter Nau, hat ein ganzes Buch über die zwei mittlerweile 70-jährigen Filmemacher geschrieben und begleitet nun das Special der Viennale. Da können Sie was erleben!

Die einzelnen Filme und Termine finden Sie im Programmteil


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