Kritik

Ein unverfilmter Fellini kommt auf die Bühne

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Kein Kinovisionär ohne unverfilmtes Hauptwerk: Für "Die Reise des G. Mastorna“ stand 1967 schon alles bereit, als Federico Fellini das Projekt plötzlich abblies. Das unrealisierte Skript ist Grundlage für einen Abend des Regieduos Favouriteplays. In "Fellini Paradiso“ gibt Gottfried Neuner zugleich den Cellisten und Durchschnittssünder Mastorna, der nach einem Flugzeugabsturz durch eine irreale Metropole stapft, und Fellini selbst, dem seine Schöpfung ungesund nahe geht. Den Cocktail aus C.G. Jung und Hieronymus Bosch, Beichtstuhl und Wanderzirkus, der für Fellini ab Mitte der 60er typisch war, kriegt das vierköpfige Ensemble erstaunlich überzeugend hin, und - im Gegensatz zu manchem späten Fellini - mit 80 Minuten gnädig kompakt.

Tag, Fr 20.00


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