Vernissage

Modeshootings, die Fotogeschichte schrieben

Lexikon | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Der 1926 geborene deutsche Modefotograf F.C. Gundlach zählte lange Zeit zu den Meistern seines Fachs. Etliche der Aufnahmen, die er ab den 50er-Jahren schoss, wurden zu Ikonen. Für Modereportagen arbeitete Gundlach auch mit Filmstars wie Romy Schneider oder Hildegard Knef zusammen. Der Fotograf eröffnete 1975 mit der PPS. Galerie seinen eigenen Ausstellungsraum und wirkte später wiederholt als Kurator für Museen, in denen er retrospektiv angelegte Ausstellungen konzipierte. Außerdem trug Gundlach über die Jahre eine große Kollektion an bedeutender (Mode-)Fotografie zusammen, die er schließlich in eine Stiftung einbrachte.

In Hamburg befindet sich seine umfangreiche Sammlung an fashion photography, aus der die Kunsthalle Wien nun die Ausstellung "Vanity“ mit rund 200 Exponaten zusammengestellt hat. Die Schau setzt mit dem Ende der 20er-Jahre ein, als sich die glamourösen Aufnahmen der klassischen Studiofotografie oft stark an Hollywood orientierten. George Hoyningen-Huene zählte zu den wichtigsten Proponenten dieser Ära; sein Liebhaber Horst P. Horst prägte den Stil der amerikanischen Vogue-Fotografie in den 30er-Jahren. Ihr britischer Kollege Cecil Beaton wiederum liebte Kostüme und üppige Inszenierungen. Die jetzige Schau möchte auch formale Aspekte der Modefotografie hervorstreichen, wie abstrakt-grafische, malerische oder skulpturale Ausrichtungen in der Darstellung von Kleidung. Fotografinnen wie Deborah Turbeville oder Sybille Bergemann stehen für Frauenbilder jenseits der gängigen Vorstellungen. Wie die Ausdrucksformen der Modeindustrie konterkariert werden können, beweisen auch die Fotos von Kleiderpuppen, die Wols 1937 schuf oder die street photography von Leon Levinstein. NS

Kunsthalle Wien Do 19.00; bis 12.2.


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