Kolumne

Putin forever oder Russland auf dem Weg zur Eurasischen Union

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Als Dmitri Medwedew die Spitzen der Europäischen Union zu seinem ersten EU-Russlandgipfel lud, sollte den Europäern ein neues Russlandbild präsentiert werden. Tagungsort war die Ölmetropole Chanty Mansijs, elf Flugstunden von Brüssel entfernt. "Das wird unser Abu Dhabi“, prahlten die Stadtväter inmitten der Taigasümpfe Sibiriens. Protzige Regierungsgebäude zeugten vom Aufschwung einer Region, die zu Stalins Zeiten vom Wirtschaftsfaktor Archipel Gulag gelebt hat.

Das Pressezentrum lag in der nach dem Tscheka-Gründer und ersten Geheimdienstchef benannten Felix-Dscherschinski-Straße. Die russischen Betreuer verwiesen jedoch auf das Memorial für die Opfer des Stalinismus. Anders als der ehemalige KGB-Mann Wladimir Putin warb Ziehsohn Medwedew für eine Annäherung an Europa, mehr Rechtsstaat und für politischen Pluralismus. Ein Russland, das sich demokratischen Traditionen öffnet, schien möglich.

Die zynische Rochade des 24. September zurück zu einem Präsidenten Putin hat diese


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