"Ich glaube, wir schaffen das“

Politik | Analyse: Stefan Apfl/Brüssel | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Zuerst Griechenland, dann der Euro und jetzt Europa. Wie das Machtzentrum Brüssel in der Krise tickt

Den Moment, in dem Angela Merkel und José Manuel Barroso das Podium betreten, wird man im Rückblick als historisch bezeichnen. Mittwoch, 5. Oktober, kurz nach 15 Uhr, im Berlaymont-Gebäude der EU-Kommission.

Die deutsche Kanzlerin und der portugiesische Kommissionspräsident werden viel reden und dabei wenig sagen. Das wenige aber könnte die Europäische Union maßgeblich verändern. Es deuten zu können, setzt die Kenntnis zweier politischer Gesetze voraus. Regel Nummer eins: Was der Fall ist, wird höchstens umschrieben, aber nicht gesagt. Regel Nummer zwei: Noch wichtiger als das, was gesagt wird, ist das, was nicht gesagt wird.

Spricht etwa Merkel von "intensiven Gesprächen“, meint sie den Streit zwischen der Kommission auf der einen und Deutschland und Frankreich auf der anderen Seite über die Frage: Wer gibt in der Krise den Ton an? Das institutionelle Europa oder seine Mitgliedsstaaten?


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