Nachgesehen

Ohne Sieb, mit ernstem Thema: die lange Nacht des Missbrauchs

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Katharina Mittelstaedt | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Am Stephansplatz steht ein Showtruck. "Als ich sechs war, hat mich da drüben in der Peterskirche der Pater Wolfgang missbraucht. Er hat mich mit Eierlikör und Rum betrunken gemacht und vergewaltigt“, erzählt Max d’la Roche auf der Bühne. Die Zuseher starren ihn regungslos an. Neben seiner Stimme ist nur das Trampeln und leise Lachen von ein paar Kindern zu hören, die in der Menschentraube Fangen spielen.

"Die lange Nacht des Missbrauchs“ wurde letzten Donnerstag vom "Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien“ und der "Plattform gegen kirchliche Gewalt“ veranstaltet. Ein Mitinitiator ist Niko Alm, dessen Führerscheinfoto mit Nudelsieb auf dem Kopf weltweit durch die Gazetten ging. Der bekennende Anhänger der Religion des Spaghettimonsters fordert Unterstützung für Opfer kirchlicher Gewalt. "Der Staat muss endlich hinschauen, was in dieser Organisation falsch läuft“, sagt er, während ein Parodist im Talar die Bühne betritt.


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