Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Seitdem die Fernsehgeräte mit digitalen Aufnahmegeräten verbunden sind, passieren merkwürdige Dinge. Plötzlich tauchen dort Filme auf, deren Speicherung gar nicht programmiert war, zumindest nicht bewusst. In diesem Fall ist es die Serie "In Treatment - Der Therapeut“, die am späten Montagabend auf 3sat läuft, vielleicht aber auch am Dienstag; die Box weiß es besser.

Die erste Staffel war super, denn sie wurde täglich übertragen. Der Therapeut empfängt jeden Tag einen Patienten, sodass man dem Verlauf der Kur gut folgen konnte. Außerdem verknallte er sich in eine neurotische Ärztin, was einen gewissen Übertragungseffekt zwischen Film und Wirklichkeit, Psychocouch und Zusehersofa ermöglichte. Wenn man dagegen in die aktuell laufende, zweite Staffel hineinschaut, sieht man Paul Weston in der ganzen Fadesse seines Berufsalltags. Er muss sich mit streitenden Pärchen herumschlagen und Manager mit Schlafstörungen behandeln. Ich glaube, von dieser Serie bin ich geheilt.


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