Verstolpern als künstlerisches Programm

Feuilleton | Reportage: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Der seit einigen Monaten in Wien lebende deutsche Autor Joachim Lottmann präsentierte zwei neue Bücher

In einer Julinacht des Jahres 2003 feierte Joachim Lottmann im Berliner Mitte-Lokal Kurvenstar die "Letzte lange Nacht der Popliteratur“. Glaubt man Augenzeugen- und Zeitungsberichten, war es kein glanzvoller Abschied. Der Mann, der damals seit Jahren kein Buch mehr veröffentlicht hatte, trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "Erfolgsautor“. Mit der Ankündigung, Benjamin von Stuckrad-Barre, Christian Kracht und Thomas Meinecke - erfolgreiche Popautoren - würden kommen, hatte er die Kulturjournaille angelockt, doch keiner der Genannten war erschienen. "Notprogramm, aus keiner Not geboren“, höhnte Gerrit Bartels in der taz.

Gut acht Jahre danach hat Lottmann so etwas wie eine späte Karriere hingelegt, sein 2004 veröffentlichter Roman "Die Jugend von heute“ brachte den Außenseiter zurück ins Geschäft. Lottmann ist ein Unikum: Sein Ton, sein Stil, seine ganze Art zu erzählen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige