"Wenn’s ein bissl mehr krachen könnte, wär’s mir auch lieb“

Feuilleton | Interview: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Am Eröffnungswochenende des Residenztheaters war der neue Intendant Martin Kusej im Dauerstress. Zwischen zwei Terminen beantwortete er dem Falter am Tag nach der Premiere seiner Schnitzler-Inszenierung trotzdem ein paar Fragen.

Falter: Ihre Eröffnungsinszenierung "Das weite Land“ war überraschend sanft. Die meisten hätten sich erwartet, dass es krachen wird. Wollten Sie diese Erwartungshaltung unterlaufen?

Martin Kusej: Schon. Aber eigentlich wollte ich einfach das Stück machen. Ich gebe zu, dass ich mir während der Probenzeit hin und wieder gedacht hab: Wenn’s ein bissl mehr krachen könnte, wär’s mir auch lieb. Aber da muss man sich halt damit abfinden.

Schnitzler kracht eben nicht?

Kusej: Doch. Aber es ist ein langsames, winselndes Krachen - wie Eisflächen, die sich aneinanderreiben.

Krachen ist vielleicht das falsche Wort. Aber man hat von Ihnen schon extremere Setzungen gesehen.

Kusej: Ich werde natürlich auf eine bestimmte Ästhetik festgelegt. Die Setzung ist in dem Fall


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