Vom Zwielicht der Verhältnisse

Feuilleton | Würdigung: Daniela Strigl | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Am 19. Oktober jährt sich der Geburtstag von Hilde Spiel zum 100. Mal. Sie war Kritikerin, Autorin - und eine außergewöhnliche Persönlichkeit

Ist sie Kritikerin, Feuilletonistin, Übersetzerin, Reporterin, Essayistin, Erzählerin, Filmautorin, Historikerin? Jede dieser Vokabeln hat ihre Berechtigung; aber sie reichen nicht aus - weder einzeln noch alle zusammen“, meinte Marcel Reich-Ranicki über Hilde Spiel.

Als die Grande Dame der österreichischen Literatur 1989 den ersten Band ihrer Memoiren veröffentlichte, galt sie vor allem als Edelfeder des Feuilletons, berühmt für ihre so fundierten wie fairen Theater- und Buchkritiken, für ihre gescheiten, bildungsgesättigten und glasklar formulierten Essays zur heimischen und europäischen Kulturgeschichte.

Hilde Spiel war aber auch eine öffentliche Figur, quasi die Seniorchefin des Literaturbetriebs; sie erhob im Fernsehen, im Radio, bei Veranstaltungen ihre Stimme, die in ihrer vornehm altösterreichischen Färbung das Damenhafte ihrer


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