Ohren auf

Wo die Oper spielt: im trauten Heim natürlich

Sammelkritik: Neue Opernproduktionen für den Hausgebrauch

Feuilleton | Miriam Damev | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Opern für die Hi-Fi-Anlage zu Hause - braucht es das denn? Ja, und zwar aus zweierlei Gründen. Erstens spart man sich die leidige Debatte um Inszenierungen, es geht hier einzig und allein um die Musik. Und zweitens ist der regelmäßige Besuch eines Opernhauses ein sehr kostspieliger Spaß. Der Mitschnitt von Beethovens "Fidelio“ (Decca) kommt da gerade recht. 2010 wurde die Oper beim Lucerne Festival aufgeführt, bis zu 320 Euro musste man für eine Karte lockermachen. Die Doppel-CD kostet einen Bruchteil davon und sorgt auch ohne Bühne für ein unglaubliches Hörerlebnis. Unter Claudio Abbado klingt das Werk noch eindringlicher, exzellent ist auch die Rollenbesetzung: Nina Stemme als Leonore steht mit Jonas Kaufmann der zurzeit wohl beste Florestan zur Seite.

Als Geheimtipp gelten die Werke des Katalanen Domènec Terradellas. "Sesostri“ (RCOC) ist eine typische Opera seria: der Stoff spielt in der Antike, es geht um Liebe, Rache, Macht und Mord. Musikalisch bietet Terradellas eine


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