Hoppauf in die neue Zeit

Stadtleben | Analyse: Johann Skocek | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Im ÖFB zeichnet sich eine Gesundung ab, Teamchef Koller ist das erste Symptom

Die Rezeption des neuen ÖFB-Teamchefs Marcel Koller war ein Erlebnis: Die Ressentiments und Beleidigtheiten im Boulevard und unter Fußballern. Die larmoyante ORF-"Experten“-Runde nach dem 4:1 gegen Aserbaidschan! Die oberschwelligen nationalistischen Töne wären in anderem Zusammenhang längst degoutant.

Im Fußball jedoch (und wartet nur noch ein paar Tage auf die in Sölden beginnende kalte Jahreszeit des alpinen Chauvinismus) sind sie nach wie vor salonfähig. Aber der Mief wird dünner, in den Internetforen wird Jara, Schneckerl und Kollegen der Zusammenhang von eigener Untätigkeit und Unfähigkeit sowie die Eifersucht auf Ausländer um die Ohren geschlagen.

ÖFB-Präsident Leo Windtner scheint zur Änderung bereit. Didi Constantinis gründliches Scheitern an der EM-Qualifikation diente ihm als Hebel. Der Leidensdruck im Verband und der Druck der um die Angeberei betrogenen Boulevardzeitungen waren ausreichend


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