Prost!

Die Szenebrause für alle: Sind wir nicht alle etwas bluna?

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Afri-Cola

Stadtleben | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Da soll man sich in Bobohausen noch auskennen: Biolimonaden, Retrogetränke und die ganzen Colas, die nicht Coca sind. Seit ein paar Jahren macht sich auch bei uns in Wien eine Cola-Variante bemerkbar, die die Retromaschine ganz gut zu bedienen weiß: Afri-Cola. Als hätten sie immer noch den crazy Werbeslogan aus den schwingenden 60ern im Ohr ("Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola - alles ist in Afri-Cola …“), nuckeln die Hipster in den Szenehütten an der dunkelbraunen Brause. Die geschwungene, taillierte Flasche mit der weißen Palme - ein Hit.

Und ein schöner Gegenentwurf zum Original aus den USA. Nachdem zwischenzeitlich der Koffeingehalt der deutschen Cola-Variante, die seit 80 Jahren auf dem Markt ist, hysterisch hinaufgepitcht wurde, liegt er mittlerweile mit 25mg auf 100 ml wieder im normalen Bereich (wer mehr will, kann - zumindest in Deutschland - nach der Energy-Variante "red“ mit 32 mg auf 100 ml suchen; wer den Getränkespaß zuckerfrei sucht, wählt die White-Alternative, die auch in Österreich erhältlich ist).

Vor allem aber geht es, wie so oft bei süßer Szenelimonade, mehr um Posen, die Marke, das Logo und darum, was man damit alles verbindet. Ganz persönlich und natürlich auch weltweit. Den Claim "80 Jahre anders“ hat Afri sich selbst zum Jubiläum geschenkt und auf ein hübsches Bilderbuch gedruckt. Darin zu sehen: für jedes Jahr zwei Seiten. Manchmal, wie für 1939, übrigens auch ernsthafte. In diesem Sinne: Alles Gute zum Geburtstag, Afri-Cola. cw


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