Literatur Tipps

Plötzliches Begehren: der Zauber der Literatur

Lexikon | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Nein, ein Erzähler im konventionellen Sinne ist Richard Obermayr (Jg. 1970) nicht. Er umkreist Ereignisse und Erinnerungen, ohne sich auf eine Geschichte festlegen zu können oder zu wollen. Und er ist ein sehr langsamer Autor, der sich mit Vorliebe große, kaum zu bewältigende Aufgaben stellt. Zwischen seinem ersten Roman "Der gefälschte Himmel“ (1998) und dem im Vorjahr erschienenen Nachfolger "Das Fenster“ vergingen so zwölf Jahre. "Jede Beschreibung inkludiert für mich die Sehnsucht nach einer noch genaueren Beschreibung. Pathetisch formuliert kann Literatur den Wert des Lebens erhöhen. Man spürt plötzlich ein Begehren, von dem man gar nichts gewusst hat“, sagte Obermayr in einem Falter-Interview. Nun wurde er, völlig zu Recht, mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis 2011 ausgezeichnet. Er bedankt sich mit einer Lesung. SF

Literaturhaus, Do 19.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige