Musiktheater Kritik

Mehr als nur ein Erbauungsstück

Lexikon | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Annemarie Kremer debütierte als "Salome“ in der Volksoper mit energischer Intensität nicht als Männerfantasie, sondern als verzogene Prinzessin und zierliche Power-Frau, die dem Hofleben entkommen will. Für ihren Tanz mit den Schleiern, der in der Regie von Marguerite Borie eher stilisiert ablief, hätte sie sogar orientalischen Bauchtanz gelernt. Mit dem (guten) Propheten Sebastian Holecek, der nur Gott liebt und Salome verflucht, hätte die Regisseurin aber mehr machen können. Dennoch: Dieser erste Opernwurf zwischen Erotik und Dekadenz von Richard Strauss, 1910 in Wien uaufgeführt, macht mit allem sehenswerte Figur. In der "reduzierten“, dennoch höllisch schweren Orchesterfassung toll gespielt, ist die Oper immer noch sehr hörenswert. HR

Volksoper, nächste Termine ab 4.11.


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