Kunst Tipp

Dreamteam des Fin de Siècle: Flora trifft Kubus

Lexikon | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Für das Brüsseler Palais Stoclet liefen sie zur Hochform auf: Es ist heuer 100 Jahre her, dass Josef Hoffmann und Gustav Klimt für einen belgischen Industriellen und Kunstsammler ein Gesamtkunstwerk schufen. In der Ausstellung "Gustav Klimt / Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne“ werden die Gemeinschaftsarbeiten der beiden Größen des Wiener Fin de Siècle präsentiert, wobei der 1911/12 errichtete Prunkbau für Adolphe Stoclet einen ausgiebig dokumentierten Höhepunkt darstellt. Dafür kommen zahlreiche Leihgaben, auch Bilder von George Minne oder Fernand Khnopff, aus den Musées royaux des Beaux Arts de Belgique.

Noch radikaler als Klimt strebte Hoffmann in seiner Formensprache danach, den überladenen Historismus ebenso wie den floralen Jugendstil hinter sich zu lassen. Dieser Wandel kündigte sich bereits bei der Pariser Weltausstellung 1900 an und fand bei der ersten Ausstellungsgestaltung für die Secession, die als "moderne Raumkunst“ bezeichnet wurde, weitere Ausformulierung. Auch für Klimts Beethoven-Fries entwarf der Architekt das Ausstellungsdisplay, das nun in einer detailgetreuen Rekonstruktion zu sehen sein wird. Bei Projekten für die Weltausstellung in St. Louis 1904, die Kunstschau 1908 oder die Internationale Kunstschau 1909 kamen Hoffmanns Klarheit für Klimts dekorative Pracht zum Einsatz. Der Architekt entwarf auch die Innenausstattung für des Malers letztes Atelier in Hietzing.

Klimt wiederum malte Porträts von Auftraggebern Hoffmanns, etwa der Bauherrin Marie Henneberg, für die der Architekt eine Villa auf der Hohen Warte entwarf. In der Ausstellung werden Einrichtungsgegenstände, Originalpläne und Fotos gemeinsam mit den Porträtgemälden gezeigt. NS

Belvedere, ab Di, bis 4.3.2012


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