Nachrichten aus dem Inneren

Inhalt | Stefan Apfl | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Die Redaktion erklärt sich selbst

Mindestens einmal pro Tag ruft hier jemand an, um eine Verschwörung zu melden. Das unrepräsentative Ranking der Beschuldigten führen Versicherungen, Rechte und die Justiz an. Beginnt ein Gespräch mit den Worten "Ihr seid doch die Investigativzeitung“, ist klar, was gespielt wird.

Wir finden das ja gut so, sehr gut sogar, echt. Bloß manchmal, wenn Stress herrscht und das Ausmaß der gefühlten Fehlurteile in diesem Land selbst uns Hartgesottene überwältigt, macht man halt, was man halt so macht: Man verbindet weiter.

Es gibt aber auch Tage, an denen wir alle so viel telefonieren müssen, dass keiner mehr dazukommt, Anrufe zu beantworten, geschweige denn, sie weiterzuleiten. Und wenn dann selbst Josef Egger, der Portier der Herzen, damit beschäftigt ist, sich zu beherrschen, weil er einem Salzamtskunden dasselbe zum vierten Mal sagt, dann übernimmt das Tonband, genauer, Phettbergs Tonbandpredigtdienst.

Er muss den Text in einer Zeit eingesprochen haben, als wir noch "eine Großmedienmogulerie“ waren, jedenfalls nuschelt er das dann aus dem Hörer. Hermes Phettberg erzählt denen, die es hören wollen, dass niemand Zeit habe, um abzuheben, weil die Zeitungen der Falter-Töchter ja auch erscheinen und selbst die Redakteure mitunter jausnen müssten. Und, naja, nicht jeder will das hören. Unlängst etwa erregte die Schleife die Assistentin eines Konzernchefs derart, dass sie ungehalten wurde und sich der Konzernchef später entschuldigte. Danach tat er die Ermittlungen gegen sich übrigens als Verschwörung ab.


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