Meinesgleichen Bundeshymne: Da hilft nur die spanische Lösung

Falter & Meinung | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Demnächst gelangt wieder ein bedeutendes Thema ins Parlament: unsere Bundeshymne. Sie stellt das vielleicht schlagendste Beispiel des österreichischen Symbolinfarkts dar. Frauen aller Fraktionen haben sich zusammengetan und wollen den Text der Hymne geschlechtergerecht verändern, indem sie ihn sprachlich verhunzen. Die Zeile "Heimat bist du großer Söhne“ soll geändert werden. Um die Zeile braucht einem nicht leid zu sein, sie ist so schlecht wie die ganze Hymne. Man kannte die großen Söhne, wie sie noch ganz klein waren, und die größten Söhne sind der Heimat sowieso wurscht, vor allem, solange sie leben.

Joseph Haydn, der größten Komponisten einer, wurde klanglos ans benachbarte Ausland abgetreten, das sich nun mit der (musikalisch) guten alten Kaiserhymne brüstet. Die Version Neukomposition mit neuem Text (Ermittlungsverfahren: öffentlicher Wettbewerb mit fettem Preisgeld) scheidet wg. Stilversagen, Symbolinfarkt und Feigheit aus. Seinen Erneuerungswillen delegierte das Kunstministerium an die Schlagersängerin Christina Stürmer.

Also ändern wir die Zeile. Und zwar in die schlechtestmögliche Variante. Man wird schon nicht die einfache (und singbare) Variante "Heimat großer Töchter und Söhne“ wählen, sondern etwas unfreiwillig Komisches und Holpriges wie "Heimat bist du großer Töchtersöhne“. Bleibt nur noch die spanische Variante: Hymne ohne Text. Das wäre dem Zustand der Republik adäquat. Und alle singen "Lalalalalala!“


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