Kommentar Kultur

Mehr Licht, weniger Holocaust: das Jüdische Museum in neuem Look


Matthias Dusini
Falter & Meinung | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Das Jüdische Museum Wien ist wieder offen (siehe auch S. 29). Die neue JMW-Direktorin Danielle Spera schaffte die angekündigte rasche Sanierung, die mit einem Desaster begonnen hatte. Vier Glaswände mit Hologrammen, das Herzstück der alten Dauerausstellung, waren zerschlagen worden. Die mit der Darstellung jüdischer Geschichte beschäftigten Historiker und Museumskuratoren waren entsetzt.

Der vielbeachtete Versuch, Historie in Erinnerung zu rufen, ohne das Trauma Holocaust auszublenden, ausgerechnet in einem Museum zerstört? Die ehemalige Nachrichtenmoderatorin wirkte überfordert, sah sich als Opfer einer Kampagne. In Fachkreisen galt sie als persona non grata.

Nun präsentiert sie einen gelungenen Relaunch. Clever reagierte sie auf die Unmöglichkeit, eine neue Dauerausstellung in so kurzer Zeit und mit geringem Budget umsetzen zu können. Die Besucher werden in einem space in progress nach ihren Vorstellungen von einem jüdischen Museum befragt; währenddessen können die JMW-Historiker

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