Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Optimismus war gestern: wie die Korrespondenten des ORF die Welt sehen

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Nach mehr als zwei Stunden ging man mit der beunruhigenden Gewissheit nach Hause, die Weltgemeinschaft wandle scheinbar planlos auf einen Abgrund zu.

Die ORF-Korrespondenten, die vergangenen Dienstag im Sendesaal des Funkhauses auftraten, traf daran freilich keine Schuld. Von Christian Schüller aus Istanbul bis hin zu Jörg Winter aus Peking - sie alle zeichneten die Entwicklungen in ihrer jeweiligen Region verständlich nach. Bloß, die Welt, vor allem in jenem Stakkato dargelegt, das ein zwölfköpfiges Podium erlaubt, scheint aus der Spur zu geraten. Mit mehr als 7000 Beiträgen, zwei Drittel davon im Hörfunk, haben sie diese Entgleisung im vergangenen Jahr begleitet.

Da erzählte Hanno Settele über die gesellschaftliche Verarmung und die politische Polarisierung Amerikas, da berichtete Cornelia Primosch vom Babylon Brüssel, das sich zwar zunehmend seiner Verantwortung besinne, dies aber weder den Bürgern noch den Märkten glaubhaft machen könne, und da schilderte Karim El-Gawhary die Probleme des postrevolutionären Ägyptens: "Man hat in der zweiten Minute ein Tor geschossen und weiß nun nicht, wie man das Ergebnis über die restlichen 88 Minuten retten soll.“


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige