Pressekolumne

Wie gedruckt

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Wenn in Wien wer an andern als Arschloch bezeichnet, dann will er damit niemanden beleidigen. Er stellt lediglich a Diagnose“, mit diesem Spruch endet die Huldigung auf Wiens letzten Arbeiterpoeten, der dieser Tage 80 Jahre alt wurde. Wer wissen wollte, wie man dem Schriftsteller und Mundl-Erfinder Ernst Hinterberger zum runden Geburtstag gratulieren könnte, fand die Antwort vergangenen Sonntag im Kurier. Und darin eingewebt eine Geschichte über die Solidarität im Gemeindebau nach dem Krieg. Sowie eine kritische Bestandsaufnahme der SPÖ.

Für die Roten war Hinterberger, der sich vom Fabriksarbeiter zum Autor hinaufarbeitete und Serien wie "Kaisermühlen Blues“ erfand, stets Aushängeschild. Und heute? "Unlängst, bei einer Lesung oder Ehrung, kummt der Faymann zuwi, streckt ma sei Hand hin und strahlt mi an. Da schau her, hab i ma dacht - bis er gsagt hat:, Danke, Erwin!‘ und glei zum nächsten Tisch verschwunden is.“ Alles Gute zum Geburtstag.


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