Kleine Figuren, die eine große Geschichte erzählen

Feuilleton | Rezension: Anja Hirsch | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

"Der Hase mit den Bernsteinaugen“, die verblüffende Erzählung des britischen Keramikkünstlers Edmund de Waal

Es gibt nicht viele Schriftsteller, in deren Romanen weniger die Menschen als vielmehr die Dinge die Hauptfiguren sind. Der Österreicher Gerhard Roth gehört dazu. Beschreibt er die Uhren einer Wiener Sammlung, ist es, als halte man jedes einzelne Stück in der eigenen Hand.

Jetzt ist der Keramikkünstler und Universitätsprofessor Edmund de Waal als virtuoser Dingbeschreiber zu entdecken. Seine künstlerischen Arbeiten sind in zahlreichen Museen zu sehen, auf dem Gebiet der Literatur ist der 1964 geborene Brite jedoch ein Debütant.

Für seinen Roman "Der Hase mit den Bernsteinaugen“ hat er aus seiner Leidenschaft zum Töpfern geschöpft, das er noch vor seinem Studium der englischen Literatur erlernte. Früh entflammte er dabei für japanische Kunst.

Von seinem in Japan lebenden Großonkel erbte de Waal eine stattliche Sammlung von 264 Netsuke - kleine, aus Holz, Elfenbein


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