Von Kakanien bis nach Las Vegas

Feuilleton | Überblick: Michael Omasta | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Die Viennale präsentiert neue österreichische Avantgarde- und Dokumentarfilme

Drohobycz, eine reiche Kleinstadt im hintersten Winkel jener untergegangenen Welt, die bei Musil einst schlicht Kakanien hieß und heute der Ukraine zugehört, hat zwei Berühmtheiten hervorgebracht: die Schauspielerin Elisabeth Bergner und den Autor Bruno Schulz.

An ihn, seinen 1942 von den Nazis auf offener Straße ermordeten Zeichenlehrer, kann sich Alfred Schreyer noch lebhaft erinnern. Herr Schreyer ist um die 90, ein fabelhafter Erzähler und die Titelfigur von Paul Rosdys neuem Dokumentarfilm "Der letzte Jude von Drohobytsch“. Wann immer er auf Krieg, Deportation, Massenmord zu sprechen kommt, sind Fahrtaufnahmen dazu montiert. Am Ende führt er die Filmemacher in den Wald von Bronica, wo unter deutscher Besatzung 11.000 galizische Juden ermordet und verscharrt wurden.

Nach dem Krieg, der Zwangsarbeit und einem Todesmarsch, den Schreyer wie durch ein Wunder überlebte, war er jahrelang Sänger im örtlichen


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