"Die Schlurfs haben den Boden bereitet“

Feuilleton | Autorengespräch: Andreas Felber | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

In ihrem Buch "Im Swing gegen den Gleichschritt“ erzählen Monica Ladurner und Wolfgang Beyer von jugendlicher Protestkultur im Nationalsozialismus

In Zeiten, in denen die Literatur über den Nationalsozialismus ganze Bibliotheken füllt und selbst zu Themen wie "Jazz im Dritten Reich“ eine lange Liste an Publikationen vorliegt, erstaunt es, dass manch spannende Facette lange Zeit wenig Beachtung gefunden hat.

Genau das scheint bei den sogenannten Schlurfs der Fall zu sein. Jenen österreichischen Jugendlichen der 1930er- und 1940er-Jahre, deren oppositionelle Gesinnung sich in einem an angloamerikanischen Vorbildern geschulten Dresscode mit Hut, Zweireiher und doppelt besohlten Schuhen sowie in markanten Frisuren manifestierte: Für damalige Verhältnisse trugen die Schlurfs ihr mit reichlich Pomade behandeltes Haupthaar provokant lang - als Antithese zum militärischen "Zündhölzelschnitt“ der Hitler-Jugend.

Nicht zuletzt zeigte sich ihre Gesinnung auch in der ausgeprägten Liebe


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