"Biophilia“ von Björk ist ein vielschichtiges Konzeptwerk — und eine schwierige Popplatte

Feuilleton | Fanbrief: Gerhard Stöger | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Liebe Björk, ich bin zwar Musikjournalist, wir sind einander aber noch nie begegnet. Das ist auch besser so. Obwohl Du was ganz anderes machst, stehst Du für mich nämlich auf einer Ebene mit Madonna, und ich glaube nicht, dass ich in eurer Nähe auch nur ein vernünftiges Wort herausbringen würde.

Vor Dir hab ich sogar noch ein bisschen mehr Respekt. Deshalb heißt meine Tochter mit drittem Namen auch Björk und nicht Madonna. Und nein, ich bin kein spinnerter Fan, der ur auf dich steht. Mich beeindruckt einfach, wie Du die Grenzen der Popmusik nicht nur sprengst, sondern erst gar nicht akzeptierst, dass Pop irgendwelche Grenzen haben soll.

Abgedrehte Sachen machen zwar andere auch, aber die machen das nur für die Freaks und die Nerds, während Du Millionen Platten verkaufst und einer der letzten echten Popstars bist. Etwas durch und durch Außergewöhnliches also.

In den letzten Jahren ist aber etwas Seltsames passiert: Neue Platten von Dir haben mich ein bisschen ängstlich gemacht.


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