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Feuilleton | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Kurz besprochen: Alles über das Fragen und andere Kulturtechniken

Musik

Gerhard Scheit, Wilhelm Svoboda: Treffpunkt der Moderne. Gustav Mahler, Theodor W. Adorno, Wiener Traditionen. Sonderzahl, 140 S., € 19,90

Michael Gielen bringt das Phänomen im Gespräch mit Gerhard Scheit und Wilhelm Svoboda auf den Punkt: "Mahler übermittelt die Inhalte des 20. Jahrhunderts mit der Sprache des 19.“ Die Wiener Kulturwissenschaftler legen in ihrem über weite Strecken an Adorno orientierten Buch dar, dass die Mahler-Rezeption bis heute von antisemitischen und antimodernen Ressentiments durchzogen ist. Entgegen den landläufigen Bemühungen, Mahlers Musik von der Moderne fernzuhalten, verorten sie das Moderne bei Mahler in seinem "Drang zur Desintegration“: Musikalische Einfälle und Gesten werden in seiner Musik nicht in die Gesamtidee des Werks integriert, sondern behalten ihre Autonomie teilweise bei.

Scheit und Svoboda begreifen Musik als gesellschaftliche Praxis und wenden die Mahler-Rezeption


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