Buch der Stunde

Die besten Fragen und die besten Frager

Feuilleton | Andreas Kremla | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Das erste Werk, das ausschließlich aus Fragesätzen besteht, dürfte es nicht sein. Aber bestimmt legt Mark Kurlansky die wildeste Mischung davon vor. Von "Wie beginnen?“ über "Hä?“ bis "Brooklyn?“ reicht das Spektrum. Ein Ehrenplatz gebührt der Frage "Was hassen wir an Kindern?“. Auch die Klassiker "Wie?“ und "Warum?“ dürfen mitspielen.

Unter diesen Überschriften stellt Kurlansky Fragen über Fragen. Dabei sucht er nach dem Wesen der Dinge ebenso wie nach Gott ("eine faustgrobe Antwort“), er prüft Fragen als Bestandteile von Kulturen und untersucht Philosophen und Schriftsteller auf ihre Frage-Affinität: Hemingway und Shakespeare gewinnen.

Nach Paul Wühr fragt Kurlansky nicht; der deutsche Lyriker hat 1994 mit "Luftstreiche“ bereits ein reines Fragen-Buch veröffentlicht. Nach 60 schmalen Seiten ist das Feuerwerk der Fragezeichen vorbei. Fragt sich, wie lange man dafür gebraucht hat: Was hat zum Nachdenken oder Recherchieren verführt?

Die ungewöhnliche Autor-Leser-Interaktion


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