7 Sachen

Stadtleben | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

die Sie über das SCHLOSS WILHELMINENBERG nicht wussten

Das, wo’s im Kinderheim in den 70er-Jahren angeblich Missbrauchsfälle gab?

Ja, es gibt ja nur eines in Wien mit diesem Namen, aber es gibt durchaus auch Besseres über das Schloss zu berichten.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel dass es im 18. Jahrhundert Schloss Gallitzinberg hieß, benannt nach dem Berg, auf dem es steht, der wiederum nach dem - damals bereits verstorbenen - russischen Botschafter und Schlosseigentümer Fürst Demetrius Michalowitsch von Gallitzin benannt war.

Gähn ... und weiter ?

Ein gewisser Moritz von Montléart schenkte Schloss und Areal 1866 seiner Gattin Wilhelmine. Aber schon damals regierten in Wien offenbar insgeheim die Beamten und weil die ihn den Gallitzinberg nicht auf Wilhelminenberg umbenennen ließen, ließ der Fürst Moritz an allen Zugängen zum Schloss Tafeln mit der Aufschrift "Wilhelminenberg“ anbringen. So bürgerte sich trotzdem der Name Wilhelminenberg ein.

War die Wilhelmine eine Society-Lady?

Im Gegenteil. Die war eher eine gute Seele und verteilte nicht nur das Erbe unter ihren Verwandten. Sie galt quasi als eine Art Robin Hood.

Hat sie etwa ihre reichen Bussi-Bussis bestohlen?

So eine Revoluzzerin war sie auch wieder nicht. Aber sie gab den Armen. Also Semi-Robin-Hood. Das Volk nannte sie immerhin den "Engel vom Wilhelminenberg“.

Was gibt es sonst noch zu wissen?

1931 hat Oskar Kokoschka das Schloss Wilhelminenberg gemalt; war eine Bezahlarbeit für die Wiener Stadtverwaltung.

Und heute? Was tut sich heute am Berg?

Picknick, Schlittschuhlaufen, Hochzeit oder Minigolf - je nach Saison.


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