Fußball Glosse

Wenn der Trainer nicht nur das Spiel lesen kann

Stadtleben | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Von guten Fußballern und guten Trainern sagt man, sie könnten das Spiel "lesen“. Mit Büchern tun sie sich traditionellerweise eher schwer. Wenn sich dann doch einmal einer als Literaturfreund outet, ist das gleich Thema. Der damalige Teamchef Josef Hickersberger etwa überraschte vor ein paar Jahren mit der Information, auf seinem Nachtkasterl liege Jonathan Littells SS-Schmöker "Die Wohlgesinnten“. Jetzt lässt Didi Kühbauer aufhorchen. In einem Kurier-Interview bekennt der Admira-Trainer, bereits "so um die 40 Bücher“ gelesen zu haben. Derzeit vertieft er sich in den vom Feuilleton hochgelobten Roman "Der Jakubijan-Bau“ von Alaa al-Aswani, in dem der ägyptische Autor das Leben in einem Kairoer Wohnhaus schildert. Man kann sich den quirligen Kühbauer ("Ich setz mir keine Hornbrille auf, damit ich intellektueller wirke“) nur schwer im Ohrensessel vorstellen. Aber vielleicht ist die Admira ja auch deshalb Tabellenführer, weil der Trainer nicht nur Fußball lesen kann.


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