Basics Grundkurs Kochen (139)

Der Gesundheit dient’s zum Wohle: das Heißgericht vom Sauerkohle

Stadtleben | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Wir müssen uns jetzt hier sehr zusammenreißen. Dass wir nicht Wilhelm Buschs "Witwe Bolte“ zitieren. Dass wir nicht schon alles naschen, bevors überhaupt gekocht worden ist. Dass wir diesen großen, offenen Holzbottich, der nun wieder in fast jedem besseren Supermarkt steht, nicht eklig finden. Es geht ums Eingemachte; genauer gesagt ums Sauerkraut. Und wenn alles mit rechten Dingen zugeht, ist das Sauerkraut jetzt so frisch und so gut wie nie.

Wenn Sie es, so wie wir, tatsächlich auch ein klein wenig unappetitlich finden, ziehen Sie abgepackte Ware der offenen vor. Wenn Ihnen auf irgendeinem Markt ein Marchfelder Bäuerlein Frischware anbieten sollte: Greifen Sie trotzdem zu. Und lassen Sie bloß die Finger vom sauren Kraut in Dosen. Geht gar nicht!

Waschen sollte man nur miese, versalzene Ware. Wer Sauerkraut wäscht, spült nämlich auch die ganzen guten milchsauren Bakterien raus, die doch so gesund sind. Demnach wäre langes Kochen auch nicht so toll, schmeckt aber. Dafür geben wir in etwas Fett (für Vegetarier: Öl; die Carnivoren kriegen Schmalz) eine gewürfelte Zwiebel dazu, dann das Kraut samt Saft, braten alles kurz mit und gießen auf. Wein passt, milder wird’s mit Apfelsaft oder Most. Schnell noch ein paar Blätter vom Lorbeer dazu, ein, zwei zerstoßene (oder ganze) Wacholderbeeren und je nach Geschmack Kümmel. Und dann braucht’s etwas Geduld, denn das Kraut muss gar werden. Ganz zum Schluss den Krautsaft binden: mit geriebener Kartoffel. Hmmmm. cw


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