Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Die "goldene Regel“

Steiermark | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Er kommt oft vor und gut weg. Prächtig gelaunt lacht Kultur- und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) aus diversen Gratisgazetten, erzählt etwas über "Innovation“ oder freut sich einfach. Dabei dürfte es, so kritisierte der Standard, diese Einschaltungen gar nicht geben - zumindest laut den Landesrichtlinien für Öffentlichkeitsarbeit. Für Buchmann kein Problem: In seinem Einflussbereich stehen zahlreiche ausgegliederte Landesgesellschaften, in denen scheinen andere Regeln zu gelten.

Im medialen Mainstream sehr gut weg kommt aber auch die landeseigene Energie Steiermark. Sie versucht derzeit, Menschen für die Puntigamer Staustufe zu begeistern und auch Journalisten gezielt zu überzeugen. Ein Beispiel: Ich wurde kürzlich gebeten, für das Megaphon, die Zeitschrift der Caritas, einen Artikel zur Staustufe zu schreiben. In diesem Zusammenhang richtete ich einige Fragen an den Konzern. Dessen Pressesprecher meldete sich schriftlich mit seiner Ansicht nach überzeugenden Argumenten zurück. Er bedankte sich für die Fragen und kam gleich zur Sache: "Wir freuen uns, durch unsere Förderung der Caritas einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieses Projektes (Megaphon, Anm.) leisten zu können“. Dann folgten durchaus korrekte Antworten auf Sachfragen und abschließend - "zitierbarer O-Ton“ - dem Genre nach ein kleines "Selbstinterview“. In so ziemlich jeder Grazer Gratiszeitung wäre die Passage wahrscheinlich abgedruckt worden - der Energiekonzern könnte ja ein wichtiger Inserent sein oder werden. Frank Stronachs "goldene Regel“ lässt da zunehmend grüßen: "Wer das Gold hat, macht die Regel.“


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