"Sie haben natürlich auf mich gezielt“

Extra | Fragen: Heinz Rögl, Armin Thurnher | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Friedrich und Gertraud Cerha im Gespräch über die frühen Jahre des Komponisten, über Krieg und Wien vor und nach 1945

Für alle meine Musik gilt, dass sie Prozesse erzählt, in Prozessen abläuft“, sagt Friedrich Cerha, und seine Frau Gertraud ergänzt: "Aber die sind für den Hörer immer nachvollziehbar, ob man etwas davon versteht oder nicht. Das unterscheidet die ‚Spiegel‘ wesentlich von den Klangkompositionen von Ligeti, von Xenakis.“ Wir sitzen in der Hietzinger Villa der beiden, zwischen alten Instrumenten, alten und wenigen neuen Bildern. Friedrich Cerha erzählt aus seinem Leben, er erzählt gut, seine Frau ergänzt präzise, rückt manche Perspektive zurecht.

Wir müssen uns entscheiden, reden wir übers Leben oder reden wir übers Werk. "Die Rezeption der ‚Spiegel‘ war ja merkwürdig“, sagt Cerha. "Bei den ersten Aufführungen hat man von ‚intellektuellem Experiment‘ gesprochen, von einer ‚reinen Kopfmusik‘. Ich bin erst in den 80er-Jahren daraufgekommen,


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