Zu Quellen: Musica pura

Extra | aus FALTER 42/11 vom 19.10.2011

Im Schömer-Haus dirigiert Gerd Kühr "die reihe“: britische Bearbeitungen und eine eigene Uraufführung

Musica pura“ von Gerd Kühr wird in ihren fünf Sätzen eine Art roten Faden durch das Programm im Schömer-Haus Klosterneuburg ziehen. 1992 bildeten Friedrich Cerhas "Quellen“, die am Ende dieses "reihe“-Konzerts stehen werden, das erste (Auftrags-)Werk bei Wien Modern für das von Heinz Tesar konzipierte Bauwerk mit seinen dreigeschoßigen umlaufenden Galerien. Das Programm beginnt mit einer Komposition bzw. Wiederherstellung einer gotischen Ballade von John Dunstable ("O rosa bella“) von Karlheinz Essl.

Die Idee, eine "reine Musik“ zu schreiben, kam Kühr paradoxerweise bei der "Revue instrumentale et électronique“, seiner Raumklangkomposition für das Grazer Musikprotokoll 2005. Gerd Kühr: "Weil ich damals bei meiner ‚Revue‘, die auch mit elektronischen Einspielungen sehr groß aufgezogen war, einen kurzen Satz hineingesetzt habe, wo nur ein Trio ohne jegliche Zuspielung gespielt hat - damals hatte ich schon die Idee, etwas vom ganzen Drumherum loszulösen und eine Art ‚Musica pura‘ zu schreiben. Daraus sind jetzt fünf Sätze entstanden, die auch in dieser Reihenfolge zu spielen sind. Zusammen mit meiner Komposition werden ein Guillaume de Machaut-Hoquetus (Harrison Birtwistle) und Motetten-Bearbeitungen alter englischer Komponisten von Peter Maxwell Davies aufgeführt. Das funktioniert ziemlich gut, was die Zusammenhänge und harmonischen Übergänge betrifft. ‚Quellen‘ von Friedrich Cerha bleibt eigenständig am Schluss.“

Und sonst? Gerd Kührs tolle erste Oper "Stallerhof“ sollte in München wieder gespielt werden, das hat sich leider "auf unbestimmte Zeit“ verschoben. Der Chor des Bayerischen Rundfunks wird eine Messe uraufführen. "Die ist schon zu zwei Dritteln fertig.“ Heinz Rögl


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