Neu im Kino

Teddytollenträger spielen "Killer Elite“ of ’81

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Gary McKendrys Regiedebüt "Killer Elite“ (nicht verwandt mit Sam Peckinpahs Nebenwerk gleichen Titels) basiert auf einem Enthüllungsroman über Verwicklungen britischer Militärs in neokoloniale Kriegsführung im Oman; aber außer dass Wirtschaft, Politik, Krieg und überhaupt alles ein dreckiges Geschäft ist, wird da nicht viel enthüllt. Es scheint auch - entlang eines Plots um durch Geiselnahme erzwungene Rachemorde unter Special-Forces-Veteranen - um anderes zu gehen, zumal ums Ausstellen männlicher Posen von Härte, Desillusioniertheit und schonungslosem Durchblick. Schnauzbart- und Teddytollenträger um die 40 rauchen Kette, dämpfen die Tschick gar einmal auf einer Hornisse aus und missbrauchen selbiges Insekt noch für einen ihrer breitbeinigen Sager: "Oman is a bloody hornet’s nest!“

And this is a bloody retro film! "Killer Elite“ spielt 1981, vielmehr: in einer Welt, die aus Actionkrimis von 1981 besteht. In Wüsten, Büros und der "Ye Olde Cockney“-Agentenkneipe huldigen Männer mit und ohne Autos der Brutalität als Verkehrsform, und die Schreibmaschine tippt zum Ortswechsel "Paris, France“ an den unteren Bildrand. Wer 1981 schon im Kino war, wird bestätigen: Genau so war’s! Sieht aus wie "Delta Force“ trifft "Die Profis“ in Graublau: mutwillig unkorrekt (und stolz drauf) im Umgang mit dunkelhäutigen Leuten, Frauen und Hornissen, selbstbewusst im Häufen von Dialogen, die Krämpfe bereiten. Das ist weder "ewiggestrig“ noch naiv noch Satire, sondern Kalkül eines Reenactments zweiten Grades - als hätte man Genreparodien vom Typ "Naked Gun“ in einen ernstgemeinten Film rückübersetzt. In den Hauptrollen machen Jason Statham und Clive Owen mit angestammter bzw. angeklebter Haartracht, was sie sonst auch (weniger) gut machen; an ihrer Seite Robert De Niro, der vor Jahrzehnten ein angesehener Schauspieler war.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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