Nachrichten aus dem Inneren

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Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Jetzt war sie schon wieder bei uns zu Gast, die Welt. Drei Männer waren es, mit schwerem Gerät aus der italienischen Schweiz angerückt, um die Frage zu beantworten, wie das in Österreich nun so sei mit den Nazis.

Manchmal gehen wir hinaus in die Welt, manchmal kommt sie zu uns herein. Und während wir draußen fragen, wie es in der Welt so läuft, werden wir herinnen gefragt, wie es mit den Nazis so läuft. So laufen sie nun einmal, die Dinge.

Während Ingrid Brodnig also gerade auf Utøya norwegischen Rechtsextremisten hinterherjagte (ja, manchmal laufen sie auch umgekehrt), Wolfgang Zwander in Paris Neo-Postkommunisten plagte und Joseph Egger, der Portier der Herzen, die Melodie von "All Tomorrow’s Parties“ pfiff, bauten die drei Schweizer ihre Kamera vor Nina Horaczek auf und stellten die N-Frage.

"Freuet euch nicht zu früh“, sprach Armin Thurnher gewohnt biblisch, als die Welt bei der Tür draußen war. Die sei schon oft hier zu Gast gewesen. Renommierte Journalisten, die sich stundenlang das Land erklären ließen, um dann einen ausführlichen Artikel zu schreiben, in dem das Wort Falter nicht vorkam. So geschehen vor einem Monat. Was waren wir alle freundlich, auskunftswillig, hilfsbereit. Und der Herr, auch er sehr nett, hat mitgeschrieben, genickt, nachgefragt - und dann fünf andere Medien in seiner Geschichte zitiert.

Wir haben die Welt schon gern, aber bald kann auch sie uns gernhaben. Und wenn das Interview mit Horaczek nicht erscheint, schicken wir sie demnächst in die italienische Schweiz zum Nazisuchen.


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