Kommentar 

"Litigation PR“: Im Gerichtssaal der öffentlichen Meinung

Im Gerichtssaal der öffentlichen Meinung


Barbara Tóth
Falter & Meinung | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Noch vor etwas mehr als einer Woche war das "Jugendheim Schloss Wilhelminenberg“ der breiteren Öffentlichkeit kein Begriff. Inzwischen kennt es so gut wie jeder, gebrandmarkt als einstiger Ort des Horrors, der Misshandlungen und der despotischen Willkür. Die Medien widmeten ihm tagelang schaurige Schlagzeilen, die Stadt Wien musste eine Untersuchungskommission einsetzen.

Und obwohl kein einziger der schwerwiegenden Vorwürfe der von einem geschickten Anwalt vertretenen Opfer bisher bestätigt werden konnte, ist der Ruf der Stadt als soziale Vorzeigekommune infrage gestellt.

Der Fall Jugendheim Wilhelminenberg ist nicht der erste, in dem es Anwälten gelingt, Geschichten und nicht Fakten zu lancieren. "Litigation PR“, auf Deutsch: "prozessbegleitende Pressearbeit“, nennt sich diese Spezialform der öffentlichen Bewusstseinsarbeit rund um Justizcausen. In Deutschland bereits bekannt, treffen die Litigation-PR-Experten - zum Teil Anwälte, zum Teil darauf spezialisierte Kommunikationsagenturen

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