Kolumne  

Gaddafis Erschießung wirft einen Schatten auf Libyens Zukunft

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Die tapferen Libyer, die ohne militärische Ausbildung, dafür mit umso mehr Opferbereitschaft die Diktatur gestürzt haben, hätten sich einen besseren Neubeginn verdient. Die Erschießung Gaddafis, ob vorsätzlich oder im Chaos seiner Festnahme passiert, wirft einen Schatten auf das neue Libyen.

Der Krieg ist zu Ende, der neue Staat kann jetzt nur gemeinsam gebaut werden. Die brutalen Bilder des erschossenen Diktators stimmen nicht zuversichtlich für den Versöhnungsprozess, der die gespaltene Bevölkerung wieder zusammenführen muss. Auch nicht die Berichte über das Schicksal afrikanischer Söldner, die auf der Seite Gaddafis gekämpft hatten und laut Washington Post von den Siegern hingerichtet wurden.

Die Erschießung von Diktatoren ist freilich die Regel in Situationen, in denen das neue Regime noch nicht gefestigt ist und der gestürzte Despot zum Bezugspunkt in einem Bürgerkrieg werden könnte. Von der Ermordung der Zarenfamilie im russischen Bürgerkrieg bis zur Erschießung des


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